Posted in Fotografie macOS Software

RAW Power

RAW Power Posted on 6. Januar 2017

RAW Power, von Gentleman Coders, zapft die von der Fotos App ungenutzten Funktionen der in macOS implementierten Apple RAW-Engine an und macht so aus der Fotos App wieder einen lupenreinen RAW-Konverter mit allem, was die digitale Dunkelkammer braucht. Präzise, schnell und Apple-like.

An oberster Stelle der Seitenleiste stehen die Buttons für drehen, spiegeln und zoom. Darunter das Histogramm. Mit den vier runden Buttons (Luma, Red, Green, Blue) über dem Histogramm werden über- oder unterbelichtete Bildbereiche ein- oder ausgeblendet.

Herzstück der App sind die Funktionen des Pop-up-Menüs »RAW Processing«. Mit den einzelnen Reglern steuern Sie die Art und Weise, wie die Apple RAW-Engine die geladenen RAW-Daten konvertiert. Im Vergleich zu anderen Apps sind die Kernfunktionen der RAW-Entwicklung exakt auf die Apple RAW-Engine hin angepasst. Mit dem Regler »Boost« steht zugleich das wichtigste Werkzeug an oberster Stelle der RAW Processing-Funktionen. Steht der Regler auf dem Wert »0«, erzeugt RAW Power ein flaches Bild, ohne Tiefe und Dynamik. Zieht man den Regler nach oben, kommt Leben ins Bild.

Angenommen, ihre Aufnahme ist überbelichtet. In diesem Fall ziehen Sie den Regler »Boost« auf den Wert »0,5« oder noch etwas darunter. Dann erst aktivieren Sie das Pop-up-Menü »Tone« und beginnen damit, die Regler »Exposure« und »Recovery« einzupegeln. Damit reduzieren Sie die Arbeitsschritte bei der Korrektur überbelichteter Bilder auf ein Minimum.

Eine weiteres starkes Argument für »Boost« ist, wenn Sie zum Beispiel einer Aufnahme mehr Sättigung geben möchten. Damit das Bild beim Sättigen nicht in Farbe ertrinkt, ziehen Sie zuerst den Regler »Boost« gegen »0«. Dann stellen Sie mit dem Regler »Saturation« die Sättigung moderat ein und geben noch eine Prise »Vibrancy« (Lebendigkeit) hinzu. Danach ziehen Sie Boost wieder gegen »1«. Mit »Black Boost« regeln Sie die Verstärkung nur in den dunklen Bildbereichen und »Black Point« passt das an, was die RAW-Engine als reines Schwarz deklariert.

Mit dem Funktionen »Luma Noise«, »Color Noise« und »Detail« minimieren oder reduzieren Sie Rauschen in den Bildern. »RAW Sharpen« und »RAW Contrast« arbeiten anders als typische Schärfen- und Kontrast-Werkzeuge, weil sie als Teil der RAW-Entwicklung selbst laufen. Den Weißabgleich stellen Sie mit den Reglern im Pop-up-Menü »White Balance« ein. Last, but not least das wichtigste Werkzeug – »Curves«. Mit den Kurven können Sie jetzt wieder, wie aus Aperture gewohnt, extrem präzise Bildanpassungen in jedem Farbkanal vornehmen.

RAW Power läuft als Fotos-Erweiterung und auch als eigenständige App. Exportiert werden die entwickelten Bilder in den Formaten JPEG oder 16-Bit-TIFF. Die App ist nicht in Deutsch verfügbar, was aber bei einem Preis von 9,99 Euro auch nicht unbedingt sein muss. Nach dem starken Picktorial-Auftritt, ebenfalls im App-Store erhältlich, steht jetzt mit RAW Power eine weitere starke Erweiterung für die professionelle RAW-Entwicklung unter dem Dach von Apple Fotos zur Verfügung. Eins kann man jetzt schon sagen – das alte Aperture-Feeling ist wieder da!

Ein ausführliche Vorstellung von RAW Power gibt es auf PhotoApps.Expert