Picktorial Raw-Konverter

Picktorial gehört neben Affinity Photo zweifellos zu den jungen Wilden im Genre der modernen und zeitgemäßen Fotobearbeitung auf dem Mac und überzeugt in nahezu jeder Disziplin – sowohl als RAW-Konverter als auch als Fotoeditor. Es kommt nicht von ungefähr, dass Picktorial von Forbes in die Liste der zehn heißesten Designtools 2016 gewählt wurde.

Fotos-Erweiterung und Stand-alone-App

Nach dem Download bereits die erste Überraschung: Picktorial ist ein Hybrid und installiert sich als Erweiterung für die Fotos-App wie auch als Stand-alone-App unter macOS Sierra. Die Stand-alone-App ist abwärtskompatibel bis zu OS X 10.9.5 (Mavericks) und braucht eine 64-Bit-CPU.

Modern, aufgeräumt und intuitiv

Nach dem Erststart präsentiert sich Picktorial mit einem puristisch anmutenden User-Interface. Modern, aufgeräumt, intuitiv – alles in nur einem Fenster. »Bibliothek« (links), »Browser« (unten) und »Inspektor« (rechts) können über drei Icons in der Titelleiste oder über einen Menübefehl ein- und ausgeschaltet werden. Auf eine seltsame Art und Weise fühlt man sich als langjähriger Aperture-User direkt wie zu Hause. Wie der neue Finder in macOS Sierra beherrscht auch Picktorial die aus dem Safari-Browser bekannte Tab-Technik. Das bedeutet Sofortzugriff auf mehrere Fotos innerhalb eines Fensters. Daneben kann man noch einen Assistenzbetrachter für Bildvergleiche einblenden. Am unteren Bildschirmrand werden der Bilderordner und der Bilddateiname angezeigt sowie ein Fünf-Sterne-Bewertungssystem. Möchten Sie eine Bewertung von z. B. drei Sternen wieder rückgängig machen, genügt ein Klick auf das Fähnchen vor der Sternenreihe.

Wenden wir uns dem »Inspektor« zu. Das ist in Picktorial der Bereich mit den Werkzeugpanels: »Zuschneiden & Drehen«, »Licht«, »Farbe«, »Kurven«, »Retuschieren«, »Overlay«, »Rahmen«, »Wasserzeichen« und »Info». Im Panel »Licht« finden Sie sämtliche Regler, die Sie für eine grundlegende Belichtungskorrektur brauchen, inklusive Weißabgleich. Funktionsbezogene Einstellungen können mit Klick auf das kreisrunde Pfeilsymbol neben dem Panelnamen jederzeit rückgängig gemacht werden. Globale Bildbearbeitungen werden mit dem Button Anpassungen zurücksetzen wieder rückgängig gemacht.

Nicht nur RAWs, auch JPEGs lassen sich im Rahmen der Möglichkeiten vortrefflich nachbearbeiten. Ein Klick auf den Namen des Panels öffnet oder schließt die Werkzeuggruppe. Neben den klassischen Dunkelkammerwerkzeugen bietet Picktorial mit den Panels »Overlay«, »Rahmen« und »Wasserzeichen« überaus interessante Zusatzfunktionen im Kontext spezieller Effekte. Insbesondere die Möglichkeit anzubieten, die eigenen Fotos mit einem Wasserzeichen zu versehen, ist eine kluge Entscheidung der Picktorial-Entwickler, zumal man sein Copyright auch selbst gestalten und in Picktorial einbinden kann. Übrigens – mithilfe der Funktion »Fokuspunkte anzeigen« kann man wie in Aperture das bei der Aufnahme gewählte Fokusfeld mit einem weißen, rechteckigen Rahmen einblenden lassen. »Overlay«, »Rahmen« und »Wasserzeichen« runden das üppige Angebot an durchdachten Dunkelkammerwerkzeugen ab.

Picktorial und Fotos Hand in Hand

Picktorial und Fotos arbeiten Hand in Hand. So können Sie z. B. den kompletten Bilderordner eines Shootings von der SD-Karte auf die Mac-Festplatte kopieren und diesen Ordner dann über das Menü »Bibliothek/Ordner importieren« in Picktorial importieren. Dabei werden die im Quellordner liegenden Bilddateien mit der Bibliothek verknüpft. Nach dem Import der Quell-Ordners werden standardmäßig die RAW-Dateien angezeigt, sofern man mit der Kameraeinstellung »JPEG+RAW« arbeitet. Jetzt können Sie die Bilder des Shootings in Picktorial sichten und unbrauchbare Bilder über den Befehl »Ablage/In Papierkorb verschieben« oder per Tastenkürzel [command]+[Backspace] löschen. Die Bilder, die das Auswahlverfahren bestanden haben, können jetzt an die Fotos-App übergeben werden. Dazu wählen Sie den Befehl »Bibliothek/Alle auswählen« oder das Tastenkürzel [command]+[A]. Anschließend wählen Sie im Menü oder über das Kontextmenü der Maus den Befehl »Exportieren/Zu „Fotos“ hinzufügen«. Eine weitere Möglichkeit, die Fotos-Mediathek nicht mit unnützem Datenmüll zu belasten.

Es muss nicht immer RAW sein, auch JPEGs kann man im Rahmen der Möglichkeiten im Fotoeditor nachbearbeiten – und das sind nicht wenige. Picktorial bietet im »Inspektor« eine Reihe von Voreinstellungen für die unterschiedlichsten Bearbeitungszecke an. Aber es auch auch ohne Voreinstellung. So kann man z.B. einem Objekt mehr Glanz verleihen und bestimmte Details gezielt  hervorheben. Im Panel Licht kann man die Klarheit verbessern und anschließend im Panel Farbe die Sättigung leicht mindern. Die starke »Kurven«-Funktion, eine Funktion, die in Fotos nicht enthalten ist entspricht der Gamma-Kurven-Funktion in gängigen Bildbearbeitungen. Im unbearbeiteten Zustand sehen Sie zunächst eine Diagonale, auf der Sie mit der Maus an beliebigen Stellen Kurvenpunkte setzen können, die dann in einer Matrix verschoben werden können.

Last, but not least können Sie Objekte mit einer Tönung versehen. Dazu wird das Werkzeug »Ton« im Panel »Retuschieren« aktiviert. Unmittelbar nach dem Klick auf Ton meldet sich ein Pop-up-Beispiel, das den grundlegenden Einsatz des Werkzeugs zeigt. Das Pop-up wird wieder ausgeschaltet, und der Mauszeiger wandert an das untere Ende des Arbeitsfensters, wo eine Symbolleiste mit den Werkzeugeinstellungen eingeblendet wird. Dann aktivieren Sie den Pinsel, legen die Größe der Pinselspitze fest und übermalen das Bildelement langsam. Die Retusche wird mit »Änderungen sichern« abgeschlossen. Picktorial übergibt das bearbeitete Bild wieder an Fotos, wo Sie im Modus »Foto bearbeiten« noch einmal auf den gelben Button »Fertig« klicken.

Fazit: Nach einem halben Jahr mit Fotos und Picktorial im täglichen Einsatz findet die Nach-Aperture-Ära endlich ein versöhnliches Ende, und gleichzeitig startet der vielversprechende Neubeginn in Sachen zeitgemäße Bildverwaltung und RAW-Konvertierung. Noch laufen nicht alle Rädchen rund, hier und da zwickt es etwas, aber das, was beide Protagonisten bereits heute bieten, ist mehr als nur eine Alternative zu den Platzhirschen des Genres. Sie zweifeln? Dann laden Sie die Free Trial und überzeugen sich selbst.

Picktorial gibt es gerade zum Einführungspreis für 24,99 Dollar auf der Hersteller-Site selbst und für 24,99 Euro im Apple App Store (Stand 18. Dezember 2016).

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1 thought on “Picktorial Raw-Konverter”

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